X Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zu Cookies.
Besucher aktuell: 3713 (0 eingeloggt)
Home  >  Sektion Bozen  >  Geschichte
Über 45 Jahre ist es nun her, dass eine Hand voll motivierter Idealisten am 10. August 1965 im heutigen Bozner Kolpinghaus den RettungsvereinWeißes Kreuz mit seinem allseits bekannten weißen Kreuz auf rotem Grund gegründet haben. Zu diesem Anlass entführen wir sie heute auf eine kurze Reise in die Vergangenheit des Rettungswesens in Südtirol, soweit allgemein bekannt.

Blicken wir zurück in die Zeit vor 1912. Um es auf den Punkt zu bringen: Es gab nicht viel. Kranke und Verletzte mussten größtenteils selbst sehen, wie sie ins öffentliche Krankenhaus kamen, das sich dort befand, wo heute in Bozen die Universität ist. Die einzige Transportmöglichkeit, die es gab, waren Räderbahren, die von den Krankenwärtern für Hilfsaktionen benutzt wurden. Aber die Krankenwärter wurden nach der Erweiterung des Krankenhauses von jeglicher Transportpflicht entbunden und so konnten die Bürger auf überhaupt keine Hilfestellung in Notsituationen zählen.


Innsbruck
Bei unseren Nachbarn war die Situation etwas besser: 1857 wurde in Innsbruck eine Rettungsabteilung ins Leben gerufen. Sie war keine Rettungsorganisation im heutigen Sinne, sondern sollte Hilfe in Feuer- und Wassernot sein und rückte deshalb auch nur in solchen Fällen aus.

Elf Jahre später richtete die Freiwillige Rettungsgesellschaft Wien eine Filiale in Innsbruck ein, eine komplett ausgestattete Rettungsstation mit zwei Rettungskutschen. Schlecht geschultes Personal und zu wenige Pferde waren der Grund für die baldige Schließung der Station. Inzwischen war aber die Rettungsabteilung der Feuerwehr umorganisiert und das Personal bestens geschult worden. So konnte im Oktober 1907 ein ständig offizieller Rettungsdienst aufgenommen werden.

Bozen
Zur selben Zeit hatten sich Bozen zu einem aufstrebenden Fremdenverkehrsort und die Marktgemeinde Gries zu einem blühenden Kurort entwickelt. Schon seit längerer Zeit wurde das Fehlen eines Krankentransports und einer Einrichtung für Erste-Hilfe-Leistungen in Unglücksfällen bemängelt.

Im März 1911 regte der damalige Obmann des Spitalkomitees, Dr. Josef von Braitenberg, bei der Ärzteschaft in Bozen und Gries die Gründung einer freiwilligen Helfergesellschaft an. Dieser Vorschlag fand großen Anklang. Kurzerhand wurden eine Sammelaktion ins Leben gerufen und 1000 Kronen für die Gründung zur Verfügung gestellt. Die Mitglieder des vorbereitenden Komitees hatten an einen Verein im Rahmen der Feuerwehr nach dem Innsbrucker Vorbild gedacht. Das Feuerwehrkommando lehnte diesen Vorschlag aber ab, da die Wehrmänner nicht zusätzlichen Belastungen ausgesetzt werden sollten.

Diese Absage veranlasste das Komitee am 27. September 1912 zur Einberufung der Gründungsversammlung einer freiwilligen Rettungsgesellschaft . Hier konnten nun die Vorstellungen der Gründer umgesetzt werden. Im heutigen Postgebäude am Pfarrplatz, gegenüber dem Hauptportal des Bozner Doms, richtete die Gemeinde im Parterre eine Station für die Rettungsgesellschaft ein. Die Station bot Platz für einen Abstellplatz für die Kutsche, ein Verbandszimmer mit Wasseranschluss, eine Wascheinrichtung und einen Gasherd zum Auskochen von Instrumenten. Es gab auch ein Mannschaftszimmer für die freiwilligen Helfer. Dieses war ausgestattet mit Eisenbetten, einer Diensttafel, einem Schreibpult sowie einem Telefon. Ein Sanitätsmann und ein Kutscher wurden eingestellt und zwei Pferde erstanden. Die Pferde konnten in den Ställen des nahe gelegenen Hotels Kaiserkron untergestellt werden.

Trotz der Knappheit der finanziellen Mittel verfügte die Rettungsgesellschaft im Jahre 1912 über eine „Räderbahre“, zwei einfache Tragbahren und einen Sanitätswagen. Der Wagen war mit einer Tragbahre ausgestattet, die rückwärts ausgeladen werden konnte. Daneben befanden sich zwei Sitze für die Sanitäter und ein Tragestuhl. Im Inneren gab es außerdem noch eine kleine Blechkassette mit allen notwendigen Verbandsmitteln und Medikamenten. Schienen und Verbandshilfen konnten unter dem Bock angebracht werden.

Rund 40 freiwillige Helfer versorgten 1912 den Dienst der freiwilligen Rettungsgesellschaft und schon im ersten Jahr eilten die Mitglieder zu 659 Einsätzen. So genannte „Fliegende Wachen“ wurden mit Verbandskoffer und zusammenlegbarer Tragbahre zu Wiesen-, Volks- und Sportfesten geschickt (der heutige Bereitschaftsdienst). Krankentransporte konnten gegen Bezahlung angefordert werden. Die Tarife wurden je nach Entfernung des Transportes berechnet. Mittellose wurden von den Gebühren befreit. Im Falle von Unglücken wurde ebenfalls nichts berechnet. Durch dieses soziale Verhalten erfreute sich die Gesellschaft binnen kürzester Zeit großer Beliebtheit und bekam die Unterstützung weiter Bevölkerungskreise.

Allerdings war die Aktivität dieser sozial ausgerichteten Gesellschaft von sehr kurzer Dauer. Sie fiel wie viele andere Vereine den Turbulenzen des Ersten Weltkrieges zum Opfer. 53 Jahre nach der Gründung der Freiwilligen Rettungsgesellschaft sollten jedoch die Werte und schließlich der Aufbau des Weißen Kreuzes erneut belebt werden.

Geschichte der Gründung
Der Eppaner Gemeindearzt Dr. Johann Nicolussi-Leck erlitt um den Jahreswechsel 1964/65 einen Herzinfarkt und musste dringend in die Universitätsklinik in Innsbruck gebracht werden. Der damals zur Verfügung gestellte Krankentransportwagen war den Anforderungen einer winterlichen Brennerpassüberquerung nicht gewachsen und gab seinen Geist auf. Der äußerst religiöse Eppaner Arzt muss von der Fahrt derart beeindruckt gewesen sein, dass er das Votum ablegte, nach seiner Rückkehr, sollte er lebend zurückkehren, in Bozen eine „Freiwillige Rettung“ wieder ins Leben zu rufen.

Gesagt, getan. Er kehrte zurück und hielt sich an sein Votum. Er konnte Mitstreiter wie den Bozner Kaufmann Dr. Günter Eccel , den Dolomiten-Journalist Franz Berger, den Sanitätsartikelhändler Heinrich Döcker, seinen Bruder, den Rechtsanwalt Dr. Hermann Nicolussi-Leck, die Ärzte Dr. Claudio Paruccini und Dr. Romeo Letterio, den Bozner Industriellen Josef Rössler sowie den Primar der Ersten Hilfe in Bozen, Dr. Karl Pellegrini, für die Gründung eines Vereins gewinnen.

Ziel sollte eine Organisation sein, die speziell den Bedürfnissen der Landesbevölkerung und der Beschaffenheit der Südtiroler Berglandschaft gewachsen ist. So wurde am 10. August 1965 der Landesrettungsverein Weißes Kreuz aus der Taufe gehoben, und somit war auch die Sektion Bozen geboren!
Stufe 1: öffentlicher Bereich
Stufe 1: öffentlicher Bereich
© Landesrettungsverein Weißes Kreuz-onlus 2008