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Home  >  Sektion Etschtal  >  Geschichte  >  Gedicht zur Einweihung 2006

Gedicht

Gut Ding, braucht gut Weil!


Im Mai 1989 isch man drungongen
und hot in Terlan mit a nuier Sektion ungfongen.
Man wollte a Lücke schleaßen zwischen Bozen, Lana und Meran
und zwor mit den Gemeinden Nols, Andrian, Mölten und Terlan.
Zwischen Vilpian und Terlan hot man a Platzl gfundn
des schun glei besetzt wor olle 24 Stunden.
Mit zwoa Leitlen und oan Auto hot man ungfongen
isch ober donn schnell aufwärts gongen.
An Notarzt hot’s zeischt lei bei Nocht und an Feiertagen gebn
ober schun bold hot man des Manko a kennen behebn.
Zuerst hot man die Sektion von Bozen ausgführt
bis man a Johr dernoch hot an eigenen Sektionsleiter gekriag.
In Blockkursen hot man schnell an Ausbildung gmocht
und mit viel Idealismus hot man die Arbeit vollbrocht.
Den Konkurrenzkampf mit die Forben hot’s domols schun gebm
ober die Etschtoler sein nor holt decht meistens die Schnelleren gwesen.

So sein etliche Johr gongen vorbei
und es isch kemmen Station Nr. 2.
Mir hobn meaßen an greaßern Plotz nemmen,
weil es sein olleweil mehr Helfer und a zweits Auto derzuakemmen.
Beim Moarstoller in Terlan worn mir nor stationiert
und von do aus isch gor Monches gwordn organisiert.
Viel Wissen und Können isch den Helfern in Kursen vermittelt wordn
und erste Hilfe Kurse hot man a gmocht in verschieden Ortn.
Dabei muaß man amol sogn, dass die Etschtoler Sanis des olls in ihrer Freizeit tean
ohne dabei an Cent zu verdean.
Man hot errechnet, fost täglich 1 Stunde setzt sich der Sani für sein Nächsten ein. Soll ins nou jemand sogn, dass mir koane Christen sein.
Sogor in die Kindergärtn und Schualn sein mir einkemmen
um den Kindern etliche Grundbegriffe beizubringen.
Dass mir heint mit inserer Ausbildung sein afn letzten Stond
verdonken mit den Mitgliedern, den Spendern und der öffenlichen Hond.
Es hot ins schun eigenlich olm a bissl gstört, dass mir nou koan eigen Stützpunkt hobn
und als oanzige va die gonzen Sektionen meaßn Miete zohln.
Schun in vorigen Jahrhundert hot man nor amol keart,
dass man in Terlan nui gebaut werd,
ober mir wissen ja, von redn bis zum tean
olm nou a poor Johr ummergeahn,
weil man hot nor wirklich mit dem Bau welln Ernst mochn
sein erscht aufgetretn die verschiedenen Sochn.
Baugrund und Finanzierung worn die Hauptfaktoren
do isch man amol gstoaßn af fost taube Ohrn.
Den Boll hot man umanonderspielt und niemand wollte sein der schwarze Peter
und in hot man olm vertröstet auf später.
Man hot a gsog in oan Ort muaß man sporn
und es isch a nit so weit va Bozen außer zu fohrn.

Im nuin Johrtausend sein mir beim Moarstoller a wieder in Schwierigkeiten kemmen,
weil der Zivilschutz hot kennen im nuin Gebäude der Landesleitung seine Orbeit aufnemmen.
Wenn mir a den Plotz hättn kennen brauchen hobn mir meaß sogn
den Mietpreis kennen mir nimmer zohln.
So hintnummer hot man schun epper keart wias holt olm isch,
dass do schun a xunds Projekt im lafn isch.
Es isch nor verhältnismäßig gongen recht schnell
und mir hättn solln verlossn dei Stell.
Do worn mir schun amol olle deprimiert,
weil neamand mehr gwißt hot wos eatz passiert.
Mir hobn ins wirklich, meaßn mit dem Gedonken befossn,
dass mir olle praktisch links liegn lossn.
Do hot man schun kennen die blaudn wunder erleben,
ober inser Motto wor olm, lei nit nochgeben.
Von Containern aufstelln isch nou die Red ummergongen,
ober in dei warn mir sicher nit einigongen.
Wors Glück oder Zuafoll, weas holt isch im Lebn
hot sich af amol a nuie Situation ergebn.
Ban an Gespräch in Andrian isch man draufkemmen,
dass sie an Plotz hätten, den man kannt übernemmen.
Mir hobn nor nit long überlegt und hobns riskiert
und hobn holt nou das Notwendigste einispendiert.
So hobn mit meaß in der Nachbarsgemeinde Wohnrecht,
ober schun in der Hoffnung, dass mir wieder zruckkemmen.

Von Andrian aus sein mir nor insere Kilometer gfohrn,
weil dem Nächsten zu helfn isch dieser Verein ja geborn,
wohl etliche mal sein mir schun um den Äquator ummerkemmen,
wenn man die gonzen Kilometer tat zomnemmen.
Die längste Fohrt wor wohl die der Samariter,
obwohl die Vorgeschichte wor a bissl bitter.
Zwoa Helfer sein tausende Kilometer gfohrn
um an kronken Mitbürger hoam zu holn.

Von insern nuin Sitz hot man olleweil nou nix gsechn,
vielleicht isch man a zu wenig derhinter gewesen.
Am richtigen Plotz hot’s ober a poor Leitlen gebn und des wor inser greaßtes Glück
der für die gonze Angelegenheit hot kopp den richtigen Blick.
Oaner hot die gonze Situation durchschaut
und sich olm wieder eppes zu sogn getraut.
Drum konn man sogn es gibt a heit nou Wunder man muaß sie lei segn,
weil af oamol hot’s überoll grünes Licht gebn.
Endlich hot man den Bau nor kennen in Ongriff nemmen
nor sein schun die nächsten Schwierigkeiten kemmen.
Der Boden wor sumpfig und somit viel zu woach,
desholb wors Risiko zu baun zu hoch.
Do hot man nor schun fost verlorn den Muat
und hot sogor überlegt ob man nit nimmt den Huat.

Hot ober decht gsechn, dass bis eatz nix wor vergebens
und durchholtn isch der Sinn des Lebens.
Wieder hot man meaßn ollerlei erdenken,
um des Gonze in die richtigen Bohnen zu lenken.
Man hot meaßn sorgn, dass es ja af festn Grund steat
und nit es gleiche passiert, wos man vom Haus des Apfels heart.
Es sein nor 34 Pilotn gwordn gschlogn,
um an guatn Untergrund zu hobn.
Inserer Architektin isch bei den Bau wirklich nicht entgongen,
sie hot ja schun beim projektieren a poormol meaßn nui unfongen.
Sie hot zwor den Orbeitern viel unvertraut
zur Sicherheit hot sie ober a aus der Ferne af die Baustelle gschaut.
Und hot man sie irgendwo afn Bau segn stehn
hot jeder gwißt wos er hot zu tean.
Endlich wea nor wieder gstimmt hot der gonze Plan
ging’s recht zügig voran.
Bis nor olle Hondwerker ihre Orbeitn hobn ogschlossen
sein decht nou etliche Monat verflossen.
Mir Sanis hobn schun wellen unfongen putzn,
ober solong die Orbeiter im Haus sein brings neamand an Nutzen.
In letzter Zeit hobn mir nor holt nou geputzt bei Nocht
hobn ober insern nuin Sitz selber auf Hochglanz gebrocht.
Insere Madlen hobn eatz sogor a separates Zimmer gekriag,
sell isch nor in koaner Stell passiert.
Ob sie's ausnützen loss mir ins überraschen
oder tean sei weiterhin lieber mit ins Mander a bissl noschen.

Gott lob eatz hobn insere eigene Sektion und sein endlich Miete frei,
ober mit'n zohln isch’s decht nit vorbei.
Es wär recht fein, wenn sich finden tat a poor Sponsoren,
dass mir nit in galing einirutschn in die rotn Zohln.
Mocht’s ins wenigstens bei der Steuererklärung die Unterschrift für die 5 pro mille,
so teats a schun eppes guat’s und zwor in oller Stille.
Mir donken eatz olln und jedn, denn eatz hobn mir’s erscht fein
und wenn weiterhin wenn’s ins braucht Eure Helfer sein.

Der Dekan wird nit lei segnen das Auto und das nuie Haus
nou viel mehr in Helfer de do gean oder fohrn ein und aus.
Mir hoffen a stork, dass die gonze Technik stimmt
und net dass der oane nimmer außer und der ondere nimmer eini kimp.
Weil mir insern Mitmenschen helfn welln in olln Situationen und zu ollen Zeiten
möge uns Gottes Segen ollezeit begleiten.
Denn bei all den Kilometern die mir in der Vergongen sein
und in Zukunft wern fohrn
brauchen mir wirklich die Hilfe von oben. 

von Katharina Pichler Unterkofler
Stufe 1: öffentlicher Bereich
© Landesrettungsverein Weißes Kreuz-onlus 2008