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Projekt First-Responder Prags - Welsberg/Taisten - Gsies


Vorwort:
Bei lebensbedrohlichen Verletzungen spielt der Zeitfaktor eine wesentliche und nicht selten überlebenswichtige Rolle. Je schneller dem Betroffenen kompetente Hilfe zuteil wird, desto größer sind seine Überlebenschancen. Das Gsiesertal und das Pragsertal im Hochpustertal sind jene Täler, die sowohl von Innichen als auch von Bruneck durch die Rettungsdienste in einer nicht adäquaten Zeit erreicht werden können.
Der Ausschuss des Weißen Kreuzes Innichen ist sich dieser Tatsache schon seit Jahren bewusst. Nicht selten überlegte man nach Einsätzen mit erfolgloser Reanimation, ob dem Verunfallten hätte geholfen werden können, wäre die Rettungsmannschaft eher an Ort und Stelle gewesen. Und nicht selten lag die Vermutung nahe, dass dem wohl so hätte sein können. Im Herbst des vergangenen Jahres beschloss der Ausschuss der Stelle Innichen, mit „hauseigenen“ Personalressourcen ein First Responder –System für die zwei Hochpustertaler Seitentäler aufzubauen. Wir sind zutiefst überzeugt, dass das Weiße Kreuz durch dieses Angebot einen weiteren großen Qualitätsschritt macht, geht es doch um unsere ureigenste Sache – kompetente Hilfe jedem in Not geratenen Mitmenschen so schnell als möglich zukommen zu lassen. Wir wissen alle bestens, welch große Rolle in Notsituationen der Zeitfaktor spielt. Weiters ist es auch unsere moralische Pflicht, die Bevölkerung etwas abgelegener Täler im Notfall bis zum Eintreffen des Notarztteams sofort und kompetent zu versorgen.
Nach einer einjährigen intensiven Phase, beginnend mit der Konzepterstellung bis hin zur konkreten Umsetzung, sind nun alle Vorbereitungen getroffen. Einem Start steht somit nichts mehr im Wege.


Einige Informationen im Detail:
Das Projekt „First Responder“ wird von der Sektion des Weißen Kreuzes Innichen getragen.
Einzugsgebiet der First Responder („Helfer vor Ort“)sind die Talschaften Prags, Gsies und Welsberg/Taisten
Insgesamt erklären sich 23 freiwillige und angestellte Helferinnen und Helfer, die in diesen Einzugsgebieten wohnen bereit, im Bedarfsfalle als First Responder auszurücken.


Zielgruppe:
WK Mitglieder der Sektion Innichen und Bruneck, die im Einzugsgebiet Prags, Gsies, Welsberg-Taisten und Umgebung wohnen oder arbeiten.


Voraussetzungen des First Responder:
Alle First Responder sind ausgebildete Sanitäter und im Besitz von Ausbildungsstufe B oder C. Außerdem sind alle zertifizierte AED-Anwender.


Einsatzindikationen für den First Responder:
• Bewusstlosigkeit
• Schwerer Unfall (Trauma, Verbrennung …)
• Akute Kreislaufstörung (Herz-Kreislaufstillstand)
• Akute Atemnot
• Starke allergische Reaktion
• Krampfanfälle
• Starke Blutung
• Kindernotfall


Vorgehensweise:
Nach Erhalt der Alarmierung begibt sich der First Responder zum nächstgelegenen Materialdepot. Er nimmt Kontakt mit der LNZ über Funk auf und bestätigt, dass er den Einsatz übernimmt. Die anderen hören über Piepser mit und können somit abschätzen, ob ihre Hilfe benötigt wird oder nicht. Im Normalfall pro Patient bis maximal 3 Personen.
Die First Responder gliedern sich in zwei Hauptgruppen und eine Hintergrundgruppe. Die Mitglieder der Hauptgruppe sind jene Personen, welche in den Einzugsgebieten der Seitentäler Prags und Gsies (mit) Taisten wohnen.

Das entscheidende Element einer schnellen Hilfe ist der möglichst geringe Zeitverlust. Aus diesem Grund ist eine perfekte Kommunikation zwischen Landesnotrufzentrale und First Responder aber auch die Kommunikation zwischen den First Respondern von größter Wichtigkeit. Aus diesem Grund verfügen alle First Responder über ein Pipsgerät und die Mitglieder der Hauptgruppen zusätzlich noch über ein Funkgerät. Für das Lagern der Rettungsrucksäcke sowie der AED Geräte werden in allen Ortschaften Materialdepots eingerichtet. Dabei gilt es zu bedenken, dass alle Materialdepots schnell erreichbar sind und für jeden First Responder immer zugänglich sind. 


Folgende Standpunkte für die Materialdepots wurden festgelegt:
1. Prags – Schmieden – im Tourismusbüro
2. Prags – St. Veit - im Heizraum der Kirche
3. Welsberg - in der Bezirksfeuerwehrhalle
4. Taisten - in der Grundschule
5. Pichl/Gsies - im Vereinshaus
6. St.Martin/Gsies - in der Feuerwehrhalle
7. St.Magdalena/Gsies - in der Feuerwehrhalle

Depoteinheit: 1 AED, 1 WK Rucksack komplett inklusiv 0² Inhalation,1 Handfunkgerät.

Ausstattung/Ausrüstung:
1. ein AED Gerät mit Zubehör
• 2 Packungen Elektroden/
• 3 Einwegrasierer
• 2 Tücher (zum Abwischen des Brustkorbes)
• 1 PC-Speicherkarte
2. eine Einsatzjacke/Weste
3. 10 Rettungsdienstprotokolle
4. einen Funkmeldeempfänger
5. Inhalt der Notfalltasche
• Entspricht einem Rettungsrucksack des Weißen Kreuzes
• Zusätzlich eine Universalhalskrause


Dokumentationspflicht:
Nach jeder Reanimation, bei der ein AED-Gerät eingeschaltet wurde, unabhängig davon, ob eine Schockabgabe erfolgte oder nicht, ist die Einsatzdokumentation bestehend aus vollständig ausgefülltem Rettungsdienstprotokoll und PC-Speicherkarte an das Referat Ausbildung abzuliefern.
Auch bei allen anderen Einsätzen muss das Rettungsdienstprotokoll ausgefüllt werden und gesondert mit den normalen RD Protokollen ans Referat Ausbildung gesendet werden, damit die Einsätze der First Responder evaluiert werden können, um ev. weitere Optimierungen vornehmen zu können


Leitung/Zuständigkeiten:
Primar der LNZ: Die Fachaufsicht/Supervision des gesamten Projektes der „First Responder“ unterliegt dem Primar der Landesnotrufzentrale 118.

Landesleitung Weißes Kreuz: 
Innerhalb des Weißen Kreuzes ist der Leiter der Ausbildung beauftragt, Verantwortung zu übernehmen.
Er ist der Ansprechpartner aller Beteiligten für auftretende Probleme und wird diese im Rahmen seiner Kompetenz eigenständig lösen bzw. den Direktor und/oder Sanitätsdirektor des Vereins kontinuierlich informieren.


Organisation:
Projektstart: Das Projekt startet im oben genannten Einzugsgebiet
am 15.12.10 um 00.00 Uhr und wird ab diesem Zeitpunkt im 24h-Betrieb aufrechterhalten.
Stufe 1: öffentlicher Bereich
© Landesrettungsverein Weißes Kreuz-onlus 2008