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Die Gründungsväter der Sektion Innichen

Stufe 1: öffentlicher Bereich

Geschichte der Sektion Innichen

Chronik des WK Innichen

Die „Pionierzeit“

In den Jahren vor der Gründung einer Niederlassung des Weißen Kreuzes in Innichen, also vor rund dreißig Jahren, wurden bereits Rettungseinsätze durch Bedienstete des Krankenhauses durchgeführt. Die Art und Weise, wie der Krankentransport damals vor sich ging, mag für uns heute befremdend, ja sogar belustigend wirken, sie zeugt aber von dem unendlich großen sozialen Engagement der Menschen in einem sowohl finanziell als auch politisch wenig vorteilhaften Umfeld.

Diensthabende Ärzte waren damals Primar Dr. Spitaler (im KH Innichen tätig von 1948 bis 1980) und Dr. Ruscelli, der seit … Ehrenmitglied im Verein ist. Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass eine für die damalige Zeit gut funktionierende Rettung auf die Beine gestellt werden konnte.

In den ersten Jahren wurden alle Rettungseinsätze und Krankentransporte mit dem Privatauto des Primars (!!!), einem schnellen Alfa Romeo Giulia, gefahren, zuweilen musste auch der Volkswagen Käfer der Ehefrau für dringende Fahrten in Anspruch genommen werden.

Ein Geschenk der Sparkasse Innichen schließlich ermöglichte im Jahr 1967 den Ankauf eines Rettungswagens vom Typ Volkswagen Kombi. d. h., der Wagen wurde erst zu einem „echten“ Einsatzauto, nachdem Techniker Karl Winkler in Zusammenarbeit mit den Bediensteten des Krankenhauses in unzähligen Arbeitsstunden Sauerstoffinhalationsgerät, Ambu-Beutel und andere notwendige Utensilien installiert hatte. Das Fahren der Einsätze übernahmen Bedienstete des Krankenhauses (Pfleger, Portiere, Techniker). Die notwendige Ausbildung für Erste Hilfe gewährleisteten Primar Dr. Spitaler und Dr. Ruscelli höchstpersönlich. Das Auto erregte bei der Bevölkerung natürlich großes Aufsehen, der Name „Spitalauto“, den man ihm damals verpasste, ist so manchem auch heute noch geläufig.

Die Gründung der WK-Stelle im Jahr 1972

Dem Idealismus und dem sozialen Bewusstsein von Hans Innerkofler und einigen seiner Freunde ist es zu verdanken, dass in Innichen am 28. September 1972 eine Sektion des Weißen Kreuzes eingerichtet werden konnte. Man übernahm das „Spitalauto“ vom Krankenhaus und machte es sich zur Aufgabe, einen flächendeckenden Rettungsdienst aufzubauen. Es war ohne Zweifel eine schwierige Zeit, aber engagierte Männer, wie etwa Joseph Bichler („Bichler Tate“), die wirklich Tag und Nacht für das Weiße Kreuz und somit für jeden Not geratenen Menschen da waren, ohne auch nur einen Gedanken über Geld zu verlieren, und die tatkräftige Unterstützung durch das Krankenhaus (kam für Unterkunft, Verpflegung, Heizung, Strom, Telefon, Sanitätsmaterial usw. auf) brachten zuwege, dass schon im Jahr 1973 zwei weitere Krankenwagen (ein Volkswagen und ein Citroën ) angeschafft werden konnten. 



Erster „fix“ angestellter Mitarbeiter:

Da dem Gründungsvater und Leiter der Stelle Hans Innerkofler (gründete auch das WK Bruneck und war als Gründungsmitglied in Brixen und Sterzing beteiligt) der ständig steigernde bürokratische Aufwand allmählich zu viel wurde, beschloss man im Jahr 1973, einen hauptberuflichen Angestellten für das Weiße Kreuz einzusetzen. Die Stelle war somit rund um die Uhr gedeckt, neben dem festangestellten Mitarbeiter waren es einige in der Nähe wohnende Freiwillige, die ständig auf Abruf bereitstanden. Dass diesen Helfern an Weitblick zum Thema Aus- und Weiterbildung nichts fehlte, entgegen so mancher heutigen Meinung über die Qualität des damaligen Rettungsdienstes, beweist z.B. dass eine Delegation von Helfern aus Innichen 1973 zusammen mit Herrn Detomaso an einem Kongress in Siena teilnahm. Ein Blick auf die vereinsinternen Statistiken beweist, wie sehr die Zahl der Einsätze in den Jahren nach der Gründung der Stelle anstieg. Vor allem Verkehrsunfälle waren im Oberpustertal in den siebziger Jahren an der Tagesordnung. Ursache dafür waren gewiss fehlende Sicherheitsvorkehrungen wie Gurtenpflicht, Kopfstützen, Airbag, Alkoholkontrollen, Radarkontrollen, usw. 

Die Jahre 1975 bis 1983:

In den Jahren 1975, 1978 und 1980 wurde der Fuhrpark des Weißen Kreuzes Innichen durch weitere Fahrzeuge des Typs Peugeot, Citroen und Volkswagen vergrößert. Finanziert wurden die Autos teils durch die Bevölkerung, teils durch die Raiffeisenkassen des oberen Pustertals. Somit verfügte die Innichner Sektion des Landesrettungsvereines im Jahre 1980 schon über die stattliche Anzahl von sechs Ambulanzfahrzeugen. Dass die Sektion damals finanziell halbwegs gut über die Runden kam, ist einerseits der Steigerung von Privatkrankentransporten zuzuschreiben, die von freiwilligen Helfern durchgeführt wurden, andererseits aber auch den diversen anderen Tätigkeiten von freiwilligen Mitarbeitern, wie etwa der Altpapiersammlung. 1979 wurde ein weiterer hauptberuflicher Mitarbeiter eingestellt. Ab dem Jahre 1983 zählte die Stelle mindestens fünf festangestellte Mitarbeiter. Das Jahr 1983 war ein wenig ruhmreiches Kapitel in der Geschichte der Sektion. Ausuferungen eines vereinsinternen Konfliktes hätten beinahe die Auflösung der Sektion Innichen verursacht. 

Zum Glück kam es nicht dazu; ganz im Gegenteil. Die Sektion wuchs und gedieh. Ab 1995 wurde auch ein nicht unerheblicher Anteil der Dienste von Zivildienern geleistet; der Großteil von ihnen blieb der Sektion auch nach dem Ende des Zivildienstes erhalten. 

Im Jahr 1997 feierte die Sektion Innichen ihr 25 jähriges Bestehen. Damals  zählte das Weiße Kreuz Innichen zehn hauptamtliche Mitarbeiter, 4 Zivildiener und über 60 aktive freiwillige Helfer. Der Fuhrpark bestand aus zehn Fahrzeugen (1 Notarztwagen, 1 Rettungstransportwagen, 5 Krankentransportwagen, 2 Langstreckenwagen und 1 PKW), mit

denen jährlich fast 6.000 Patienten transportiert und ungefähr 500.000 km zurückgelegt wurden.

Im Jahr 2000 wurde in Innichen die erste Jugendgruppe gegründet- eine weitere Säule, aus der schon viele freiwillige Helfer hervorgegangen sind und die heute 21 Mitglieder zählt, die von 6 LeiterInnen betreut werden.

Ab dem Jahr 2001 wurde das Einsatzgebiet der Sektion von der Notfallseelsorge, damals noch zur Sektion Bruneck gehörend, abgedeckt; 2003 wurde dann in Innichen ein Team der Notfallseelsorge gegründet das heute aus 13 Mitarbeitern besteht und jährlich zu rund … gerufen wird.

Ein Meilenstein in der Geschichte der Sektion Innichen war 2008 der Umzug des Vereins in das neu gebaute Zivilschutzzentrum Innichen. Dies war bereits der 3. Umzug in der Vereinsgeschichte.

Bei der Gründung der Sektion im Jahre 1972 war diese wie anfangs erwähnt in der sog. „Schraffl Werkstatt“, untergebracht, 1983 zog das WK Innichen in die alten Gemäuer des Krankenhauses, um dann 1990 in das neu errichtete Gebäude des ehemaligen Altenheimes zu übersiedeln. 18 Jahre lang blieben die Räumlichkeiten, die heute die neuen Ambulatorien der Physikalischen Therapie beherbergen, das zu Hause des Vereins, bis dann 2008 der vorerst letzte Umzug in den heutigen Sektionssitz erfolgte.

2007/2008 waren nicht nur wegen des Umzugs in den Neubau bewegte Jahre in der Vereinsgeschichte; interne Konflikte flammten immer wieder auf, die Führungsriege trat zurück, Mitarbeiter verließen den Verein und der kommissarische Leiter Kühebacher Josef hatte zusammen mit einigen engagierten Mitarbeitern alle Hände voll zu tun, um die Wogen zu glätten. Erst gegen Ende 2008 kam mit der neuen Führung langsam auch wieder die Stabilität zurück, die bis heute anhält. Dienstleiter Kühebacher Meinhard und Sektionsleiter Paolo Ferrari, der 2014 vom aktuellen Sektionsleiter, Steinwandter Stefan abgelöst wurde, verstanden es dem Verein wieder neuen Aufschwung zu geben.

Im Dezember 2010 wurde dank einiger motivierter Mitarbeiter ein neuer, wichtiger Dienst ins Leben gerufen;  Die First Responder decken die Gemeinden Prags und Taisten/Gsies, seit 2013 auch die Gemeinde Welsberg ab, und die 26 Freiwilligen konnten der Bevölkerung zuletzt im Jahre 2014 in 78 Einsätzen zur Hilfe eilen.

Heute:

Heute ist die WK Sektion Innichen ein Verein, der aus der in Gemeinde und Einzugsgebiet einen hohen Stellenwert hat und sich großer Beliebtheit erfreut, wie die stets wachsende Zahl der Mitarbeiter und Mitglieder beweist. Die 14 Angestellten 2 freiwilligen Zivildiener und rund 100 freiwilligen Helfer haben im Jahr 2014 insgesamt 7165 Patienten in rund 2900 Krankentransporten und 1800 Rettungseinsätzen transportiert und dabei … km zurückgelegt.

In vielen Übungen in der Sektion und in Zusammenarbeit mit der Bergrettung und den Feuerwehren der Einsatzgebiete bereiten sich die Mitarbeiter auf den Ernstfall vor – und auch die theoretischen Kenntnisse werden in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der internernen Ausbildung und den Notärzten in Vorträgen und Schulungen regelmäßig auf Vordermann gebracht.

Zu erwähnen sei dabei die gute Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Innichen, die von gegenseitigem Respekt und Hilfsbereitschaft geprägt ist- sei es mit dem ärztlichen und pflegerischen Personal, als auch mit der Leitung des Krankenhauses.

Gute Zusammenarbeit pflegt die Sektion auch mit den Kollegen des RK Osttirol; es werden gemeinsame Übungen organisiert und im Ernstfall hilft man sich grenzüberschreitend aus. 

Neben der Alltagsroutine und den vielen geplanten Übungen gibt es 2 fixe Daten im Vereinsjahr, die besonders beliebt sind; der Bereitschaftsdienst beim Dolomiti Superbike im Juli, bei dem jedes Jahr rund 35 Helfer in 8 Ambulanzen und dem Versorgungszelt im Dienst  sind und die Weihnachtsfeier der Sektion, bei der alljährlich Helfer samt Begleitung zu einem gemütlichen Abendessen geladen sind und die sich großer Beliebtheit erfreut

Dieser kurze Rückblick auf die Geschichte der Sektion Innichen zeigt, was Idealismus, gesellschaftliches Engagement und Aufopferungsbereitschaft bewirken können. Waren es früher die Pioniere des Rettungswesens, die diesen Geist in sich getragen haben, so sind es heute die vielen Freiwilligen, die ihre Freizeit im Dienst am Mitmenschen opfern, zusammenarbeiten und das Bestehen des Rettungswesens garantieren.  
Stufe 1: öffentlicher Bereich
© Landesrettungsverein Weißes Kreuz-onlus 2008