




RUTH HUGENTOBLER BERICHTET ÜBER IHRE BESONDERE BEZIEHUNG ZUR WK-SEKTION NATURNS.
Urlaub in Meransen, ein Jahr später in St.Leonhard und per Zufall auf der Rückfahrt von Abano Terme, Übernachtung in Naturns. Und wir wussten sofort, wir hatten unser endgültiges Feriendomizil in Südtirol gefunden.
April 1997: Blühende Bäume, saftige, grüne Wiesen, tiefblauer Himmel und strahlender Sonnenschein. Traumhafte Wanderungen zu zweit, kurzum glückliche Tage, welche wir in vollen Zügen genossen. Doch plötzlich schoben sich dunkle Wolken über die Sonne und wie ein Blitz aus heiterem Himmel die Diagnose: Herzinfarkt. Panik kam in mir hoch. Während sich Mitarbeiter des Weißen Kreuz Naturns professionell und liebevoll, jedoch ohne jede Hektik, um meinen Mann kümmerten, tröstete mich ein weiterer Mitarbeiter und redete beruhigend auf mich ein. Dann ging es mit Blaulicht nach Meran. Rückblickend war es für mich eine absolute Horrorfahrt. Eine Fahrtrichtung der Töll war damals gesperrt und mittels Lichtsignal gesichert; trotzdem lenkte der noch junge Fahrer den RTW (Rettungstransportwagen) sicher und geschickt durch den nicht unerheblichen Einbahnverkehr.
Nach 4 Stunden Krankenhausaufenthalt, aufatmen, es war ja gar nicht so schlimm. Die Ärzte empfahlen uns auszuruhen und 2 Tage später die Rückfahrt nach Hause anzutreten. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. 24 Stunden enorme Anspannung und dann innerhalb weniger Stunden eine rapide Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Der äußerst kompetente Dorfarzt veranlasste den sofortigen Rücktransport des Patienten mittels KTW (Krankentransportwagen) nach Zürich, sowie die Rückführung unseres eigenen Pkw, da ich selber unter großem emotionalem Stress stand. Somit traten wir die unerwartete Heimreise in Begleitung des Weißen Kreuz Naturns an. Alle Bemühungen seitens des Dorfarztes und des Weißen Kreuz Naturns, sowie die nachfolgende Notoperation und intensive ärztliche Betreuung im Spital in Zürich waren letztendlich vergebens. Da ich überrascht war, wie viele u.a. auch junge Leute im Weißen Kreuz ihre Freizeit in den Dienst ihres Mitmenschen stellen, beschloss ich, das Weiße Kreuz zu unterstützen, wann immer es mir möglich sein würde. Als man 1998 an mich herantrat mit der Bitte eine Patenschaft für einen KTW zu übernehmen, habe ich mich darüber außerordentlich gefreut und bin dieser Bitte sehr gerne nachgekommen. Vor allem freut es mich, dass sich mit allen damals Beteiligten gute Freundschaften entwickelt und sich diese teilweise sogar auf deren Familien ausgedehnt haben.
Wann immer ich heute nach Naturns komme, mein erster Weg führt mich immer zur Wache des Weißen Kreuz Naturns.
Ruth Hugentobler
Ehrenzeller CH-Zürich

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