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Am 25.10.2011 konnte von unserer WK-Sektion ein weiterer Krankenwagen übergeben werde. Kurzfilm vom Projekt: siehe Link unten oder Bild

Im Oktober 2011 war es wieder soweit, nach monatelangen Vorbereitungen konnte zum zweiten Mal das Projekt realisiert werden und ein ausgedienter Krankenwagen des Weißen Kreuzes von Naturns konnte in das Kosovo in die Gemeinde Obiliq/Obilic gebracht werden. Schon 2008 spendierte die Sektion Naturns einen Krankenwagen für Fushe/Polje Kosovo.

Der Transport des Krankenwagens in das Kosovo wurde größtenteils durch eine Spende finanziert. Die Eisenbahnwelt in Rabland hat für dieses Projekt für mehrere Wochen eine Spendenbox aufgestellt und zusätzlich dem Weißen Kreuz die Einnahmen eines ganzen Tages zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle sei dem Präsidenten der Eisenbahnwelt Herrn Georg Laimer für diese großzügige finanzielle Unterstützung gedankt.
 
Dank gebührt auch dem Vorstand des Landesrettungsvereines Weißes Kreuz, der das Projekt genehmigte, dem Direktor Dr. Ivo Bonamico und dem Präsidenten Dr. Georg Rammlmair, die das Projekt von Anfang an unterstützt haben. Ein großer Dank auch an das Krankenhaus Brixen, das 2 funktionstüchtige Defibrillatoren zur Verfügung gestellt hat. Die 2 Geräte haben in Italien keine Zulassung mehr, doch im Kosovo werden sie noch lange ihren Dienst verrichten.
 
Am 22. Oktober um 6 Uhr Früh begann die lange Reise in das Kosovo, von Naturns aus in Richtung Bari zum Hafen. Mit dem Schiff ging es in Richtung Albanien. Mit einer fünfstündigen Verspätung erreichte die Mannschaft bestehend aus dem Sektionsleiter Franz Volgger, dem Dienstleiter Thomas Holzknecht, dem Angestellten der Sektion Naturns Fritz Götsch und dem Ausschussmitglied Leo Gritsch am nächsten Tag gegen Mittag den Hafen von Durazzo in Albanien.
 
Am Hafenausgang wurden die Vier von einer Delegation der OSCE empfangen und bis zur Grenze in das Kosovo und anschließend bis Pristina begleitet, wo sie vom Bürgermeister und vom Gesundheitsreferenten begrüßt wurden.

Am nächsten Tag, 24. Oktober wurden die vier Naturnser in der Erste Hilfe Notversorgung der Gemeinde Obiliq/Obilic sehnsüchtig erwartet. Das nächste Krankenhaus in der Stadt Pristina ist ca. 20 km entfernt und betreut ca. 30.000 Einwohner.
 
Sofort war der Südtiroler Delegation klar, dass der Krankenwagen und das mitgebrachte Material am richtigen Ort eingesetzt werden konnte. Im Kosovo gibt es keine organisierte Rettung nach unserem Standard, da dafür keine Gelder vorhanden sind. Das Krankenhaus ist sehr einfach und nur notdürftig eingerichtet. Für einen Südtiroler ist es unvorstellbar mit welchen Mitteln hier in den Krankenhäusern gearbeitet wird. Die Zustände sind schlimmer als zu Hause in Südtirol vor 50 Jahren.

Die Krankenhausdirektorin erklärte den Vieren, dass von diesem Krankenhaus aus ca. 20-30 Rettungs-und Krankentransporte in 24 Stunden durchgeführt werden. Zum Transport der Verletzten stand bisher nur ein, in die Jahre gekommener, vom Roten Kreuz Deutschland gespendeter, Krankenwagen zur Verfügung.
 
Am Nachmittag fuhr die Mannschaft zum Krankenhaus Fushe/Polje Kosovo, wo 2008 der erste Krankenwagen von der Sektion Naturns überreicht wurde.
 
Am nächsten Tag ging es dann wieder mit dem Schiff von Durazzo in Richtung Bari.
 
Nach ihrer Heimkehr wurden die Weltenbummler nach ihren Eindrücken gefragt. Alle waren sich einig, dass sie froh waren in einem Land wie Südtirol leben zu dürfen. Es war eine außergewöhnliche Reise und lehrreiche Erfahrung, die die Gruppe nicht vergessen wird.
 
(Arianna Polverino)
Stufe 1: öffentlicher Bereich

11.02.2008 Spendet die Sektion Naturns ein Fahrzeug für den Kosovo

"Als man einem Arzt bei der Untersuchung eines Kindes über die Schulter schauen durfte, wurde allen klar, dass der Krankenwagen nun am richtigen Ort zum Einsatz kommt.“ 

Vorgeschichte: Einen ausgedienten Krankenwagen für ein Hilfsprojekt zu spenden, war schon immer einer der Gedanken des Weißen Kreuzes von Naturns. Im August 2007 stellte Dr. Hannes Gögele aus Rabland, ein Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Kosovo, mittels seines Schwagers, dem Freiwilligen Germar Schweitzer, die Anfrage betreffend eines Krankenwagens für „Kosovo Polje/Fushë Kosovë“. Ein Schreiben des Krankenhausdirektors der Gemeinde ging an die Sektion Naturns. Auch eine kurze Vorstellung der OSZE, deren Aufgaben, sowie eine allgemeine Beschreibung der momentanen Situation im Kosovo lagen bei. Der Sektionsleiter des Weißen Kreuzes Hansjörg Prantl war von dieser Initiative sofort überzeugt und auch der gesamte Sektionsausschuss stand voll hinter dem Vorhaben. Nachdem die Anfrage an die Landesleitung des Weißen Kreuzes weitergeleitet worden war, kam auch von dort grünes Licht. Allen voran haben Präsident Dr. Georg Rammlmair und Direktor Ivo Bonamico das Projekt gut geheißen und unterstützt.

Am Samstag, den 9. Februar 2008 um 6,00 Uhr Früh, war es dann soweit, die Reise in das Kosovo konnte beginnen! Natürlich wurde der Krankenwagen zuvor einer gründlichen Generalüberholung unterzogen und mit neuen Winterreifen ausgestattet. Diese stellte freundlicherweise der ehemalige freiwillige Helfer Heinz Richard (von der Shell-Tankstelle) zur Verfügung. Hansjörg Prantl, Christoph Grüner, Germar Schweitzer und Fritz Götsch, die sich bereit erklärt hatten den Krankenwagen in das Kosovo zu bringen, konnten es kaum erwarten. Sie waren gespannt, was sie auf der immerhin 1600 km langen Reise so alles erwarten würde.
Die erste Etappe der Reise führte sie von Naturns aus über das Pustertal, Osttirol, durch den Karawankentunnel und Slowenien, an Ljubljana vorbei, bis nach Belgrad. An der kroatisch-serbischen Grenze, die gegen 20,00 Uhr erreicht wurde, musste ein 4-stündiger „Zwangsaufenthalt“ eingelegt werden. Nach eingehender Kontrolle der Grenzbeamten, Erledigung der Formalitäten und der Abnahme des Reisepasses von Fritz – als Garantie für den Grenzbeamten, dass der Krankenwagen nicht in Belgrad verkauft würde - konnte die Fahrt endlich fortgesetzt werden. Gegen 1,00 Uhr Früh erreichte man Belgrad, leider zu spät um das schon heiß ersehnte Abendessen sowie ein kühles Bier zu genießen. In der Hauptstadt Serbiens wurde die Delegation, die bereits seit Stunden von Hannes und zwei weiteren Mitarbeiterinnen der OSZE erwartet worden war, zum Hotel im Stadtzentrum begleitet. Auch ihnen standen die unzähligen Telefonate mit dem Spediteur an der Grenze ins Gesicht geschrieben. Doch nicht genug! Das Einchecken im Hotel gestaltete sich noch spannend, da ja der Rezeptionist dazu die Reisepässe benötigte, der von Fritz jedoch leider fehlte. Nach weiteren Telefongesprächen und langem Hin und Her klappte es dann schließlich doch.
 
Acht Stunden später, Sonntag 10. Februar gegen 9,00 Uhr morgens, trudelte der Grenzbeamte, wie vereinbart mit dem Reisepass von Fritz im Hotel ein, um gemeinsam mit den 4 Naturnsern die verbleibenden 300 Kilometer bis zur Grenze in das Kosovo zurückzulegen. Nur so konnte der Grenzbeamte nämlich sicher gehen, dass der Krankenwagen wirklich in das Kosovo überführt und nicht unterwegs verscherbelt würde.
Waren die Straßen anfänglich noch in gutem Zustand und ermöglichten ein zügiges Weiterkommen, so verschlechterte sich ihr Zustand zusehends, je näher die Grenze zum Kosovo rückte. Hannes und Annett von der OSZE begleiteten den Trott über die Grenze in das Kosovo und erledigten Gott sei Dank alle notwendigen Formalitäten diesbezüglich. Endlich konnte sich nun, im Kosovo angelangt, der Spediteur der serbischen Grenze den benötigten Stempel für sein Formular besorgen. Er verabschiedete sich, wünschte allen alles Gute und machte sich auf den beschwerlichen Heimweg. Man bedenke, dass dieser Mann trotz vorangegangener 24-Stunden-Schicht eine Fahrt von ca. 800 Kilometern (An- und Rückfahrt von der kroatisch-serbischen Grenze) in Kauf genommen hat, nur um sich und seine Arbeit abzusichern. Das Entgelt 50,00 € ist für unsere Verhältnisse wohl kaum vorstellbar!
Weiter ging’s! Nach ca. 5-stündiger Fahrtzeit erreichte man am späten Nachmittag Pristina, die Hauptstadt des Kosovo mit seinen ca. 600.000 Einwohnern. Vor dem Hauptsitz der OSZE im Zentrum der Stadt wurde ein kurzer Zwischenstopp eingelegt und endlich, sichtlich müde, kam die Gruppe gegen 17,00 Uhr an ihrem Ziel, der Gemeinde Kosovo Polje/Fushë Kosovë an.
Nach einer äußerst herzlichen Begrüßung durch den Krankenhausdirektor Dr. Ali Prebreza, einem Vertreter der Gemeinde und einem gemeindeinternen OSZE Mitarbeiter wurde das Gepäck im bereits von der dortigen Gemeinde reservierten Hotel „AnaBenz“ verstaut. In einem Gasthaus der umliegenden serbischen Enklave klang der Abend bei einem wohlverdienten gemütlichen Essen in Begleitung von Hannes aus!
 
Am Montag 11. Februar, dem 3. Tag der Reise, wurde die Delegation im Gemeindehaus vom Vizebürgermeister Mr. Jakup Ternava, mehreren Gemeindereferenten, dem Krankenhausdirektor Dr. Ali Prebreza, sowie einigen OSZE-Mitarbeitern, mit Dr. Hannes Gögele an der Spitze, empfangen. Der Vizebürgermeister dankte dem Sektionsleiter Hansjörg Prantl und dem Weißen Kreuz Naturns für die Schenkung des Krankenwagens, sowie Hannes Gögele, Initiator des Geschehens, für die gute Organisation im Vorfeld. Er erzählte auch von den katastrophalen Zuständen im Gesundheitssystem von Kosovo Polje/Fushë Kosovë: Die Krankenstation der Gemeinde verfügte bis zu diesem Zeitpunkt nur über einen Jeep zum Transport der Verletzten. Je nach Schwere der Verletzungen musste auch das 8 km entfernte Krankenhaus von Pristina angefahren werden. So wurden letztes Jahr rund 95.000 Personen, das entspricht ca. 250 Personen täglich, in dieser Krankenstation versorgt.
Hansjörg Prantl dankte dem Vizebürgermeister, stellte kurz den Rettungsdienst Weißes Kreuz in Südtirol vor und erzählte, wie es überhaupt zu diesem Hilfsprojekt kam.
Nach dem Empfang war es dann endlich soweit! Germar und Christoph fuhren den Krankenwagen mit Blaulicht und Sirene vor die Familienkrankenstation „Dr. Fatmir Krasniqi“. Auch die Vize-Gesundheitsministerin des Kosovo, Dr. Mubera Mustafa, und der Kabinettschef hatten es sich nicht nehmen lassen, zur Übergabe des Krankenwagens zu erscheinen. Nach kurzer Besichtigung des Krankenwagens wurde die Schenkungsurkunde im Büro des Krankenhausdirektors unterschrieben. Die Vize-Gesundheitsministerin, Dr. Mubera Mustafa, bedankte sich beim Weißen Kreuz aus Südtirol und ganz besonders bei der Sektion Naturns für die humanitäre Unterstützung.
Anschließend führte Hansjörg den Krankenwagen sowie die darin enthaltenen medizinischen Geräte den Ärzten und dem Pflegepersonal vor. Das Interesse war so groß, dass so mancher Arzt sogar seine Patienten in der Krankenstation vergaß ;-)
Als man einem Arzt bei der Untersuchung eines Kindes über die Schulter schauen durfte, wurde allen klar, dass der Krankenwagen nun am richtigen Ort zum Einsatz kommt. Die Mittel mit welchen in Kosovo Polje/Fushë Kosovë gearbeitet wird, sind für unsereins, die wir allen Luxus gewöhnt sind, kaum vorstellbar.
Während Hansjörgs Vorführung konnte der Rest der Delegation mit Hannes und einem weiteren Mitarbeiter der OSZE eine wiedererrichtete Siedlung von serbischen Rückkehrern nahe der Krankenstation besuchen. Auch die Rettungsstation des Roten Kreuzes stand auf dem Programm. Diese ist momentan, für Südtiroler Verhältnisse kaum vorstellbar, in einem Baucontainer untergebracht. Der Bau der neuen Rettungsstation gleich gegenüber wurde wegen Geldmangels wieder eingestellt.
Später, nach einem gemeinsamen Mittagessen im Hotel, machte man sich am frühen Nachmittag, wiederum in Begleitung von Hannes, in die Hauptstadt Pristina auf. Verschiedene Sehenswürdigkeiten und auch ein Besuch am Hauptsitz der OSZE waren angesagt.
 
Am Dienstag 12. Februar wurde die Gruppe nach dem Frühstück im Hotel abgeholt. Eine serbische Enklave wurde durchfahren und die katastrophalen hygienischen Zustände der Gegend schockierten alle. Diese Eindrücke können wirklich kaum in Worte gefasst werden!
Nach dem Besuch des serbisch orthodoxen Klosters von Gracanica, bildete ein Bummel durch einen Ashkali-Markt den Abschluss des viertägigen Aufenthaltes im Kosovo. Gegen 14.00 Uhr erfolgten der Rückflug von Pristina nach Verona, sowie die Heimfahrt nach Naturns.
Abschließend kann man sagen, dass diese Fahrt bei allen Beteiligten tiefe Eindrücke hinterlassen hat. Vor allem die Umweltverschmutzung, die mangelhafte Hygiene und die Armut der Menschen werden allen noch lange in Erinnerung bleiben.
Gewiss betrachtet man nun manche Dinge hier in Südtirol mit anderen Augen und besinnt sich darauf, dass nicht alles selbstverständlich ist!
Stufe 1: öffentlicher Bereich

Brief Gögele

Brief von Dr. Hannes Gögele aus dem UNO-Hauptquartier von New York

Stufe 1: öffentlicher Bereich

2 Jahre im Dienst Kosovo 2008

Hoi Hansjörg,
 
unglaublich, aber mittlerweile düst euer Weiss-Kraiz Fahrzeug schon seit über zwei Jahren durch Fushe Kosove/Kosovo Polje. Ich habe mich anfangs Jänner bei meinen Kollegen nach dem Stand der Dinge erkundigt, und sie alle senden euch die besten Grüße
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Laut Direktor des Krankenhauses, mussten 10% von insgesamt 200,000 bearbeiteten Krankenfällen in den Jahren 2008-09 ins Krankenhaus nach Pristina transportiert werden. Der Direktor hat erwähnt, dass dank der besonderen Ausrüstung des Krankenwagens viele Leben gerettet werden konnten.
 
Der Krankenwagen wird regelmäßig gewartet und ist nach wie vor in gutem Zustand.
 
Das Erdbeben in Haiti hat uns alle schwer getroffen. Die UN Fahne weht auf Halbmast, und wir trauern um Kollegen und Familienangehörige unserer UNO Familie. Mein Büro in New York koordiniert den humanitären UNO Einsatz vor Ort, wenn gleich politische und logistische Probleme den internationalen Einsatz erschweren. Mittlerweile legen sich anfängliche Schwierigkeiten und der humanitäre Einsatz gestaltet sich zu einem der größten in den vergangenen Jahren.
 
Liebe Grüße an alle Kollegen,
 
Hannes
Stufe 1: öffentlicher Bereich
© Landesrettungsverein Weißes Kreuz-onlus 2008